WAS SIND DIE WICHTIGSTEN PUNKTE DER BELEUCHTUNG? IN DER SCHWEINEPRODUKTION?
Verteilungsdiagramm des visuellen Spektrums von Schweineaugen
Das Spektrum der visuellen Empfindlichkeit des Schweineauges ist in Abbildung 1 dargestellt. Der Wellenlängenbereich des Schweine-Sehspektrums liegt zwischen 350 und 650 nm. Es gibt zwei Empfindlichkeitsmaxima (439 nm und 556 nm) im Bereich von 430–450 nm und 540–570 nm. Die Empfindlichkeit erreicht ihr Maximum bei 540–570 nm. Zusätzlich findet eine visuelle Reaktion im ultravioletten Bereich von 350–400 nm statt. Schweine sind nicht empfindlich für rotes Licht. Der bedeutendste Unterschied zwischen dem menschlichen Sehvermögen und dem des Schweins besteht in der Fähigkeit der Schweine-Netzhaut, ultraviolettes Licht wahrzunehmen. Gleichzeitig reagiert das Schweineauge nicht auf rotes Licht mit einer Wellenlänge über 650 nm.
Spektrale Gestaltungsprinzipien für die Beleuchtung von Schweineställen
Bei der spektralen Auslegung der Beleuchtung von Schweinefarmen muss die visuelle Reaktionsverteilung der Schweineaugen berücksichtigt werden, um den Stromverbrauch zu senken, den Sehkomfort der Schweine zu verbessern und die spektrale Verteilung der Schweinebeleuchtung durch ein Farbtemperatur- oder Spektralmorphologiediagramm beschreiben zu können.
Lichtintensitäts- und Photoperiodenmanagement in der Schweineproduktion
Die Beleuchtungsstärke in Schweineställen wird am besten anhand der Photonenflussdichte (PFD) als primärem biologischen Messparameter definiert. Der empfohlene Betriebsbereich liegt zwischen 500 und 1950 nmol/m²·s. Für die praktische Anwendung vor Ort entspricht dies annähernd 40–150 Lux, basierend auf der menschlichen Sehschärfe. Eine Dunkelphase beginnt, wenn die Photonenflussdichte am Boden unter 80 nmol/m²·s fällt, was etwa 5 Lux entspricht.
1. Einfluss der Lichtintensität
Übermäßige Lichtintensität beeinträchtigt nachweislich die Physiologie von Schweinen. Studien zeigen, dass Beleuchtungsstärken über 240 Lux die Melatoninsekretion hemmen und dadurch den zirkadianen Rhythmus sowie normale biologische Zyklen stören können. Neben der Intensität ist die Gleichmäßigkeit der Lichtverteilung ein entscheidender Faktor, da eine gleichmäßige Ausleuchtung wesentlich zum Wohlbefinden der Tiere im Stall beiträgt.
2. Lichtplanung für Schweinefarmen
In der Praxis muss die Beleuchtungsplanung für die Schweineproduktion adaptiven Prinzipien folgen. Die Beleuchtungsstärke sollte dynamisch an die jeweilige Schweinekategorie und das Wachstumsstadium angepasst werden, da es keinen allgemeingültigen Standard gibt. Darüber hinaus müssen systembezogene Aspekte – wie Stallarchitektur, Montagehöhe sowie Reflexions- und Absorptionseigenschaften des Bodens – berücksichtigt werden, um eine effektive und biologisch angemessene Beleuchtung zu gewährleisten.
Photoperiodenmanagement in Schweinebetrieben
Die Photoperiode spielt eine entscheidende Rolle in der Physiologie von Schweinen und fungiert als biologischer Schalter, der Stoffwechselaktivität, Hormonausschüttung und allgemeine Körperfunktionen steuert. Richtig gestaltete Hell-Dunkel-Zyklen bieten einen doppelten Nutzen: Verlängerte Lichtperioden stimulieren vor allem wachstumsrelevante Prozesse wie Futteraufnahme, Gewichtszunahme, Brunst und Sauenleistung, während kontinuierliche Dunkelperioden für die Immunregulation, die physiologische Erholung und die langfristige Gesundheit unerlässlich sind. Das übergeordnete Ziel des Photoperiodenmanagements ist die Etablierung eines stabilen biologischen Rhythmus, die Minimierung von Stressreaktionen und die Verbesserung des Tierwohls.
1. Anforderungen an die Photoperiode
Die Anforderungen an die Lichtverhältnisse variieren stark zwischen verschiedenen Schweinegruppen. Ferkel benötigen oft nahezu kontinuierliches Licht, um ihr Säugeverhalten zu fördern, während Zucht- und trächtige Sauen in der Regel von 12–16 Stunden Licht in Kombination mit mindestens 8 Stunden ununterbrochener Dunkelheit profitieren. In Abferkelställen werden üblicherweise längere Lichtperioden von 15–16 Stunden angewendet, während in Aufzucht- und Mastställen mindestens 8 Stunden Dunkelheit gewährleistet sein sollten. Dabei ist besonderes Augenmerk auf die Simulation von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang über 30 Minuten zu legen, um Stress während der Lichtübergänge zu reduzieren. Bei Mastschweinen können verlängerte Lichtperioden gezielt eingesetzt werden, um die Futteraufnahme anzuregen und das Wachstum zu fördern.
2. Strategien zur Steuerung der Photoperiode
In der Praxis sollte natürliches Tageslicht wann immer möglich Vorrang haben, da es das normale Fressverhalten und die Stabilität des zirkadianen Rhythmus fördert. Ist künstliches Licht erforderlich, ermöglichen flexible Strategien zur Steuerung der Photoperiode – wie beispielsweise segmentierte Beleuchtungspläne und die schrittweise Reduzierung der Lichtdauer in späteren Wachstumsphasen – den Erzeugern, die Leistung zu optimieren und gleichzeitig das Wohlbefinden der Tiere zu gewährleisten.
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